25-jähriges Jubiläum des Kölner Qualitätszirkel Osteoporose.
Interdisziplinärer Qualitätszirkel Osteoporose (QZO)
Seit nunmehr 25 Jahren besteht der interdisziplinäre Qualitätszirkel Osteoporose Köln (QZO). Zu den Gründungsmitgliedern zählen Dr. Christian Guhl und Dr. Ulrich Deuss.
Ziel des QZO Köln ist die Verbesserung der Versorgungsqualität der Volkskrankheit Osteoporose – mit rund sechs Millionen Betroffenen in Deutschland – sowie die Förderung der interdisziplinären und intersektoralen Zusammenarbeit in Prävention, Diagnostik und Therapie.
Trotz einer hohen Krankheitslast und verfügbarer, wirksamer Behandlungsoptionen gilt die Versorgungslage in Deutschland weiterhin als unzureichend. Aktuelle Analysen zeigen erhebliche Defizite auf mehreren Ebenen – insbesondere in den Bereichen Früherkennung, Diagnostik und Therapie. Über 70 % der Hochrisikopatientinnen und -patienten keine adäquate Behandlung, selbst wenn eine Osteoporose bekannt oder wahrscheinlich ist. Nach Osteoporose bedingten Frakturen wird nur etwa ein Viertel der Betroffenen spezifisch medikamentös therapiert.
Die Ursachen dieser Unterversorgung sind multifaktoriell und umfassen unter anderem:
das Fehlen strukturierter Frakturerkennungs- und Nachsorgeprogramme,
mangelndes Bewusstsein und unzureichende fachliche Kompetenz in der Primärversorgung,
ökonomische Hürden wie Unterfinanzierung, Arzneimittelquoten und Regressverfahren,
sowie verbreitete Sicherheitsbedenken gegenüber osteologischen Therapien.
Hinzu kommt, dass der demografische Wandel die Problematik künftig weiter verschärfen dürfte.
Die daraus resultierende Unterversorgung hat erhebliche gesundheitliche und volkswirtschaftliche Konsequenzen. Osteoporose assoziierte Fragilitätsfrakturen verursachen jährlich Milliardenausgaben durch Krankenhausaufenthalte, Rehabilitation und Pflegebedürftigkeit. Bereits 2017 beliefen sich die direkten Krankheitskosten auf über 11 Milliarden Euro, mit weiterhin steigender Tendenz.
Deutschland steht damit vor einem Versorgungsparadox: Moderne Diagnostik, evidenzbasierte Medikamente und aktuelle Leitlinien sind vorhanden, dennoch werden große Teile der Patientinnen und Patienten nicht leitliniengerecht behandelt.
Gleichzeitig existieren jedoch positive Entwicklungen. Die aktuelle Version der Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) ermöglicht eine differenzierte Risikostratifikation und eine darauf abgestimmte, sowohl wirtschaftliche als auch effiziente Therapieplanung. Zudem wurde jüngst das Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose implementiert, dass eine strukturierte und qualitätsgesicherte Versorgung fördern soll.
Der QZO Köln hat über die Jahre ein hohes Maß an fachlicher Expertise aufgebaut und die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der Osteoporose Versorgung signifikant verbessert. Regelmäßiger fachlicher Austausch, Fallbesprechungen, Exkursionen und die Beratung von Kolleginnen und Kollegen – etwa im Rahmen von Wirtschaftlichkeitsprüfungen – sind feste Bestandteile der Treffen.
Besichtigung der DLR Köln 2011.

Darüber hinaus werden im Rahmen des QZO kontinuierlich aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert, beispielsweise zur zunehmenden Rolle der Humangenetik in der Osteologie.
Der Qualitätszirkel steht allen osteologisch interessierten Ärztinnen und Ärzten offen.
Eine Anmeldung ist über das KVNO-Portal möglich:
kvnoportal.de








